Frankfurt: Marktentwicklung im Bereich Möbliertes Wohnen auf Zeit im Jahr 2010
Das Jahr 2010 war insgesamt von Stagnation mit leicht ansteigender Tendenz in der zweiten Jahreshälfte gekennzeichnet. Der Frankfurter Raum ist nur wenig von der Exportwirtschaft geprägt. So hat sich hier, anders als etwa in München oder Hamburg, der Wirtschafts-aufschwung noch nicht zureichend in einer erhöhten Nachfrage nach möbliertem Wohnraum niedergeschlagen. Positiv ist allerdings, dass es bei allen Wohnungsgrößen wenig Leerstand gab und besonders ab dem Herbst 2010 eine zunehmende Nachfrage den Markt zu beleben scheint.
Mietpreisentwicklung
- 1-Zimmer-Appartements haben meist gut einen Abnehmer gefunden. Die durchschnittlichen Mietpreise lagen in der Frankfurter Innenstadt mit ca. 650 Euro etwa auf Vorjahresniveau. Nur bei sehr gut ausgestatteten Objekten ließ sich ein nennenswerter Preisanstieg durchsetzen. Die kritische Zone scheint hier bei rund 790 Euro zu liegen. Negativ muss notiert werden, dass die (anfänglichen) Mietzeiten bei Appartements relativ kurz geworden sind.
- 2-Zimmer-Wohnungen in guten Stadtlagen entwickeln sich zunehmend zum Klassiker auf dem Markt. Die Nachfrage ist leicht angestiegen, was sich auch im Mietpreis niedergeschlagen hat. Sie stiegen durchschnittlich in guten Lagen um 7% -9 % und liegen bei rund 940 Euro. Hier zeigt sich, dass inzwischen wieder vermehrt gut verdienende Mitarbeiter eingestellt werden. Der „Grenzbereich“ bei sehr guten Objekten liegt hier bei ca. 1350 Euro.
- Auch im Segment der größeren Wohnungen, ab drei Zimmern, hat sich die Marktlage verbessert. 3-Zimmer-Wohnungen kosten nun durchschnittlich rund 1350 Euro und damit etwa 4 % mehr als noch vor einem Jahr. Sehr gut ausgestattete Wohnungen in gefragter Lage erzielen allerdings durchaus auch 2000 Euro oder mehr.
Knapp zwei Drittel aller Vermietungen finden in den Innenstadtbezirken Frankfurts statt. Die Mietpreise in den Frankfurter Randbezirken und dem Umland liegen in der Tendenz etwas unterhalb des Innenstadtniveaus. Da der Frankfurter Raum mit seinem Flughafen, den Büro- und Industrieschwerpunkten im Westen und dem Offenbacher Umland sehr „polyzentral“ ist, lassen sich auch hier möblierte Mietobjekte meist gut vermieten. Schlüsselelemente sind allerdings generell eine zeitgemäße Ausstattung und eine passable Verkehrsanbindung.
Aussichten:
Wir erwarten im Jahr 2011 eine deutliche Steigerung der Nachfrage nach möbliertem Wohnraum. Die Finanz- und Beratungsbranche, der Dienstleistungssektor insgesamt, befindet sich im Aufschwung. Frankfurt hat ein jährliches Bevölkerungswachstum von fast einem Prozent. Dies wird Wohnen auf Zeit attraktiv machen.
Im laufenden Jahr kommen noch zwei weitere Faktoren hinzu: Ab Mai wird es einen freien Zuzug für osteuropäische EU-Ausländer geben, der angesichts der guten deutschen Konjunktur nicht ohne Auswirkungen bleiben wird. In diesem Jahr wird es in vielen Bundesländern zwei Abiturklassen geben, die spätestens ab dem Herbst als Wohnungssuchende auf dem Wohnungsmarkt auftauchen werden. Es wird einen Verdrängungswettbewerb im unteren Mietbereich geben, der sich aber dann im mittleren und höheren Bereich fortsetzen wird.
Bereits jetzt ist der reguläre Markt für unmöblierte Wohnungen angespannt. In gefragten Stadtbezirken kommen sehr wenige Objekte auf den Markt. Die Mieten ziehen hier an (im Nordend: 12 Euro bis 14 Euro). Entsprechend steigen auch die Immobilienpreise, nach verschiedenen Presseberichten um rund 5 % im vergangenen Jahr. Nach langen Jahren der Stagnation scheint die Zeit der vergleichsweise niedrigen Preise vorbei zu sein.
Für den möblierten Bereich wird dies aller Wahrscheinlichkeit nach steigende Preise zur Folge haben. Da die potentiellen Mieter aber auch weiter die Alternative billiger „Budgethotels“ oder teurer Boardinghäuser haben, wird die dauerhafte Durchsetzung höherer Mietpreise von einer guten Ausstattung und einer möglichst reibungslosen Abwicklung der Anmietung abhängig sein.

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